Zum Inhalt springen

Überblick: Barrierefreiheit testen

Testing – Barrierefreiheit prüfen

Barrierefreiheit kann nicht dem Zufall überlassen werden. Sie muss gezielt geprüft werden – mit geeigneten Methoden und Werkzeugen. Dieses Kapitel zeigt, wie Barrierefreiheit in der Praxis getestet wird und warum das Zusammenspiel von automatisierten und manuellen Verfahren entscheidend ist.

Überblick

Ein umfassender Accessibility-Test berücksichtigt verschiedene Prüfarten:

  • Automatisierte Tests decken viele häufige Probleme schnell auf (z. B. fehlende Alternativtexte oder Kontrastfehler). Sie sind effizient, ersetzen aber keine vollständige Prüfung.
  • Manuelle Tests sind unverzichtbar, um die tatsächliche Nutzbarkeit und Konformität mit der WCAG sicherzustellen. Dazu gehören Tastaturtests, Screenreader-Prüfungen und semantische Analysen.
  • Nutzerbasierte Tests am Besten durch Menschen mit Behinderungen – liefern zusätzlich wertvolle Erkenntnisse über tatsächliche Barrieren in realen Nutzungssituationen.
  • Testdokumentation ist erforderlich, um Ergebnisse systematisch zu erfassen und – insbesondere im Hinblick auf gesetzliche Anforderungen wie das BFSG – nachweisen zu können.

Struktur des Kapitels

Die folgenden Unterseiten gehen auf die einzelnen Prüfarten und Aspekte der Testpraxis im Detail ein:

Automatisiert testen

Automatisierte Tests sind schnell und skalierbar. Sie eignen sich besonders gut, um grundlegende Fehler aufzudecken und im Entwicklungsprozess frühzeitig Barrieren sichtbar zu machen.

Inhalte dieser Seite:

  • Vorteile und Grenzen automatisierter Werkzeuge
  • Übersicht gängiger Tools wie:
    • WAVE
    • Axe DevTools
    • Lighthouse
    • Microsoft Accessibility Insights
    • BAAT (BITV-Testwerkzeug)
  • Fehlerarten, die automatisiert erkennbar sind (z. B. fehlende alt-Texte, Kontrastprobleme, fehlende Labels)
  • Rolle automatisierter Tests im Gesamtprozess

Manuell testen

Viele Erfolgskriterien der WCAG lassen sich nur durch menschliche Prüfung beurteilen. Dies betrifft insbesondere Bereiche wie Bedienbarkeit, semantische Korrektheit und Screenreader-Kompatibilität.

Inhalte dieser Seite:

  • Durchführung manueller Tests:
    • Tastaturbedienbarkeit
    • Fokusführung und logische Reihenfolge
    • Screenreader-Prüfung (z. B. mit NVDA, VoiceOver)
    • Prüfung der semantischen Struktur (Überschriftenhierarchie, Landmarken, Rollen)
  • WCAG-Kriterien, die nur manuell prüfbar sind
  • Bedeutung von Nutzerfeedback durch Menschen mit Behinderungen
  • Einsatz in Audits und Qualitätssicherung

Dokumentieren & Berichte

Eine systematische Dokumentation der Testergebnisse ist entscheidend, um Fortschritte nachvollziehbar zu machen, die interne Qualitätssicherung zu unterstützen und – falls erforderlich – den gesetzlichen Nachweispflichten nachzukommen.

Inhalte dieser Seite:

Warum Testdokumentation wichtig ist

Inhalte einer vollständigen Dokumentation:-

  • Datum, Kontext und Testumfang
  • Welche Tools und Methoden wurden verwendet?
  • Welche WCAG-Kriterien wurden geprüft?
  • Ergebnisse und empfohlene Maßnahmen
  • Strukturierte Erfassung: Tabellen, Tools, Templates
  • Optionen zur Berichterstellung für Audits, Kunden oder Behörden

Warum ist manuelles Testen essenziell?

Automatisierte Tests sind ein wichtiger erster Schritt, reichen aber nicht aus, um die WCAG-Konformität zu gewährleisten. Viele Erfolgskriterien – etwa zur Bedienbarkeit mit der Tastatur, zur Verständlichkeit von Formularen oder zur semantischen Struktur – können nur durch manuelle menschliche Prüfung zuverlässig beurteilt werden.

Insbesondere für Konformitätsstufe AA (und darüber hinaus) sind manuelle Tests zwingend erforderlich. Darüber hinaus empfiehlt es sich, bei umfangreichen oder kritischen Anwendungen auch Nutzende mit Behinderungen einzubeziehen, um reale Barrieren frühzeitig zu identifizieren.

Ziel dieses Kapitels ist es, ein praxisnahes Verständnis für die verschiedenen Testmethoden zu vermitteln – und aufzuzeigen, wie deren Ergebnisse systematisch dokumentiert werden können.